Schallabsorber: Typen, Wirkung und Auswahl

Ein Schallabsorber ist meist ein poröses Material, das Schallenergie in Wärme umwandelt und so Reflexionen und Nachhall reduziert. Die wichtigsten Bauformen sind Deckenabsorber, Wandabsorber, freistehende Stellwände und abgehängte Deckensegel oder Baffeln. Ein starker Breitbandabsorber erreicht αw 0,8 bis 1,0.

Poröse Absorber wie Mineralwolle, Polyester-Vlies oder Melaminharzschaum bremsen die Luftbewegung in den feinen Poren ab. Die Schallenergie wird dabei in geringe Wärme umgewandelt, statt von der harten Fläche zurückgeworfen zu werden. Je nach Dicke, Material und Montageabstand arbeitet ein Absorber stärker bei hohen oder auch bei tiefen Frequenzen.

Welcher Typ passt, hängt vom Raum, dem störenden Frequenzbereich und der verfügbaren Fläche ab. Die Decke ist meist die größte freie Fläche und senkt den Grundpegel am wirksamsten. Wandabsorber dämpfen gezielte Reflexionen, freistehende Stellwände trennen Arbeitsplätze, und abgehängte Segel oder Baffeln helfen in hohen Räumen mit wenig nutzbarer Wandfläche.

Stand: 28. Juni 2026

Decke, Wand, freistehend, abgehängt
4 Bauformen
Schallabsorptionsgrad
αw 0 bis 1
starker Breitbandabsorber
αw bis 1,0
Messverfahren
Hallraum

Interaktiv

Welcher Absorbertyp passt zu Ihrem Raum?

Drei Fragen, eine Empfehlung. Die Logik dahinter erklärt der Rest der Seite.

Was stört im Raum?

Welche Fläche ist frei?

Soll man es sehen?

Schallabsorber mit Messdaten

Absorber aller Bauformen mit hinterlegten Messwerten, nach Schallabsorptionsgrad sortiert.

Alle in der Suche

Schallabsorber-Bauformen im Vergleich

Schallabsorber-Bauformen im Vergleich
Wirkungαw typischMontageIdeal für
DeckenabsorberSenkt den Grundpegel im ganzen Raum0,8–1,0Flächig an der Decke oder unterseitigGroßräume, Büros, Gastronomie
WandabsorberDämpft gezielte Reflexionen und Flatterechos0,7–1,0An die Wand geklebt oder geschraubtBesprechungsräume, Studios, Praxen
Freistehende StellwandSchirmt ab und schluckt zugleich Schall0,6–0,9Mobil auf Füßen oder RollenOpen-Space, flexible Trennung
Deckensegel / BaffelBeidseitig wirksam, hohe Fläche je Element0,8–1,0Frei abgehängt unter der DeckeHohe Räume, Hallen, Lufträume

Was macht ein Schallabsorber genau?

Trifft Schall auf eine harte Fläche wie Beton, Glas oder Putz, wird er fast vollständig zurückgeworfen. Diese Reflexionen überlagern sich im Raum und erzeugen Nachhall: Der Schall klingt lange nach, Sprache wird undeutlich und der Lärmpegel steigt. Ein poröser Schallabsorber lässt die Luft in seine feinen Poren eindringen und bremst sie dort ab, wodurch ein Teil der Schallenergie in geringe Wärme umgewandelt wird.

Wie viel ein Absorber schluckt, beschreibt der Schallabsorptionsgrad. Er reicht von 0 (alles wird reflektiert) bis 1 (alles wird geschluckt). Der bewertete Einzahlwert αw fasst das Verhalten über die Frequenzen zusammen. Werte von 0,8 bis 1,0 stehen für einen starken Breitbandabsorber, der über den gesamten Sprachbereich wirksam ist.

Welcher Typ passt zu welchem Raum?

Die Auswahl beginnt fast immer an der Decke, weil sie die größte zusammenhängende freie Fläche ist und den Grundpegel im ganzen Raum am stärksten senkt. Reicht die Decke nicht oder ist sie nicht verfügbar, ergänzen Wandabsorber an den ersten Reflexionspunkten und auf langen parallelen Hartwänden. In hohen Räumen mit wenig Wandfläche übernehmen frei abgehängte Deckensegel oder Baffeln, die beidseitig wirken.

Im Open-Space trennen freistehende Stellwände Arbeitsplätze und schlucken zugleich Schall, ohne dass etwas fest montiert werden muss. Maßgeblich für den Vergleich ist der αw-Wert aus einer Hallraummessung, ergänzt um die Montageart, da derselbe Absorber mit Luftspalt im tieferen Bereich deutlich besser arbeitet.

Wann wirkt ein Absorber auch bei tiefen Frequenzen?

Dünne poröse Absorber direkt auf der harten Fläche wirken vor allem bei mittleren und hohen Frequenzen. Für tiefe Töne braucht es entweder mehr Materialdicke oder einen Montageabstand zur Wand oder Decke. Der Luftspalt verschiebt die Wirkung in den Tiefmitten-Bereich, weil das Material dann dort arbeitet, wo die Schallschnelle höher ist.

Brummende, dröhnende Räume mit Problemen im Bassbereich profitieren daher von dickeren Absorbern, größerem Wandabstand oder eigens abgestimmten Tiefenabsorbern. Für eine belastbare Auslegung wird die Nachhallzeit berechnet, der Nachhallzeitrechner nutzt dafür die hinterlegten Messdaten.

Häufige Fragen

Was ist ein Schallabsorber?

Ein Schallabsorber ist meist ein poröses Material, das auftreffenden Schall in seine feinen Poren eindringen lässt und dort einen Teil der Schallenergie in geringe Wärme umwandelt. Dadurch wird der Schall nicht von der harten Fläche zurückgeworfen, sondern geschluckt. Das reduziert Reflexionen, Nachhall und Lärmpegel im Raum.

Welche Typen von Schallabsorbern gibt es?

Die wichtigsten Bauformen sind Deckenabsorber, die flächig den Grundpegel senken, Wandabsorber gegen gezielte Reflexionen, freistehende Stellwände zum Abschirmen und Trennen sowie abgehängte Deckensegel oder Baffeln für hohe Räume. Sie unterscheiden sich in Montage und Fläche, das schluckende Material ist in allen Fällen meist porös.

Welchen αw-Wert sollte ein guter Schallabsorber haben?

Der bewertete Schallabsorptionsgrad αw reicht von 0 bis 1. Ein starker Breitbandabsorber erreicht αw 0,8 bis 1,0 und wirkt über den gesamten Sprachbereich. Werte darunter schlucken weniger oder nur in einem schmalen Frequenzbereich. Beim Vergleich hilft es, auf den im Datenblatt angegebenen αw-Wert und die Montageart zu achten.

Welcher Schallabsorber passt in meinen Raum?

Das hängt von Raum, störendem Frequenzbereich und freier Fläche ab. Beginnen Sie an der Decke, weil sie die größte freie Fläche ist und den Grundpegel am wirksamsten senkt. Wandabsorber ergänzen gezielt, freistehende Stellwände trennen Arbeitsplätze, und abgehängte Segel oder Baffeln helfen in hohen Räumen mit wenig Wandfläche.

Hilft ein Schallabsorber auch gegen tiefe Töne?

Dünne Absorber direkt auf der Fläche wirken vor allem bei mittleren und hohen Frequenzen. Für tiefe Töne braucht es mehr Materialdicke oder einen Montageabstand zur Wand. Der Luftspalt verschiebt die Wirkung nach unten, weil das Material dort arbeitet, wo die Schallschnelle höher ist. Bei Bassproblemen helfen dickere oder eigens abgestimmte Absorber.

Wie viel Absorberfläche brauche ich?

Als Richtwert gelten 0,15 bis 0,25 m² hochwirksame Absorberfläche je Quadratmeter Bodenfläche, beginnend an der Decke und ergänzt durch Wand oder freistehende Elemente. Ein 25 m² großer Raum braucht so etwa 4 bis 6 m². Für eine belastbare Auslegung wird die Nachhallzeit berechnet, der Rechner nutzt dafür die hinterlegten Messwerte.

Passende Schallabsorber finden

Alle Schallabsorber mit Messdaten vergleichen und nach αw, Bauform, Material und Brandschutz filtern.

Schallabsorber in der Suche