Akustikpaneele für Wand und Decke
Akustikpaneele sind flache Absorberplatten für Wand und Decke. Ihre Wirkung kommt vom porösen Kern dahinter, der Stoffbezug oder das Druckmotiv ist nur schalldurchlässige Optik. Gute poröse Paneele erreichen αw 0,8 bis 1,0 und dämpfen frühe Reflexionen und Nachhall genau dort, wo sie stören.
Ein Akustikpaneel besteht aus zwei Teilen: einem porösen Kern, etwa Mineralwolle, Polyester-Vlies oder Melaminharzschaum, und einer dekorativen Oberfläche aus Stoff, Filz oder bedrucktem Gewebe. Der Bezug ist kosmetisch und lässt den Schall durch, damit er den Kern erreicht. Die Optik bestimmt das Aussehen, der Kern die Absorption.
Genau deshalb schluckt ein reines Bild ohne porösen Kern kaum Schall, auch wenn es wie ein Akustikbild aussieht. Entscheidend ist nicht das Motiv, sondern das Kernmaterial und seine Dicke. Flache Paneele lassen sich an der Wand an den ersten Reflexionspunkten oder an der Decke als großflächiger Absorber einsetzen.
Stand: 28. Juni 2026
- Schallabsorptionsgrad
- αw bis 1,0
- Montageorte
- Wand + Decke
- Bereich des αw-Werts
- 0 bis 1
- je Paneel hinterlegt
- Messwerte
Interaktiv
Wie viele Paneele braucht Ihr Raum?
Raumgröße und Paneelformat wählen. Annahme: halliger Raum (ca. 0,8 s), Ziel angenehme 0,55 s, Paneel mit αw 0,8.
Grundfläche
25 m²
Paneelformat
- Fehlende Absorptionsfläche
- 5,8m²
- 1,2 × 0,6 m, αw 0,8
- 11Paneele
Überschlag nach Sabine bei 2,5 m Raumhöhe. Möblierung und stärkere oder schwächere Paneele verschieben das Ergebnis; die genaue Auslegung mit echten Produktdaten übernimmt der Nachhallzeit-Rechner.
Akustikpaneele mit Messdaten
Flache Paneele für Wand und Decke mit hinterlegten Messwerten, nach Schallabsorptionsgrad sortiert.
αw 1,00Acosorb
Acospray DC1
αw 1,00Acosorb
Acospray DC3
αw 1,00alpha AKUSTIK
alpha AKUSTIK NANOLITE
αw 1,00BK Raumakustik
aPerf® pad
αw 1,00BK Raumakustik
aPerf® panel
αw 1,00BK Raumakustik
aPerf® panel colour
αw 1,00BK Raumakustik
aPerf® wool
αw 1,00EPDB11
B11 Archisonic Felt
αw 1,00Acosorb
Green Line
αw 1,00BK Raumakustik
LinePerf®
αw 1,00ORGANOID
ORGANOID Acoustic Tiles Modular
αw 1,00ORGANOID
ORGANOID Akustik Paneel Modular
Akustikpaneele im Vergleich
| Aufbau | αw typisch | Optik | Ideal für | |
|---|---|---|---|---|
| Textilpaneel | Stoffbezug über porösem Kern | 0,8–1,0 | Stofffarbe frei wählbar, ruhige Fläche | Büros, Besprechungsräume, Praxen |
| Holz-Lochpaneel | Perforiertes Holz mit Vlies und Dämmung dahinter | 0,5–0,9 | Sichtbare Holzoberfläche, wertig | Repräsentative Räume, Wohnen |
| Schaumstoffpaneel | Offenporiger Schaum, oft profiliert | 0,7–1,0 | Leicht, häufig strukturiert | Studios, schnelle Nachrüstung |
| Akustikbild | Bedruckter Stoff über porösem Kern | 0,5–0,9 | Foto- oder Kunstdruck als Motiv | Dekorative Nachrüstung, kleine Flächen |
Warum die Optik nichts schluckt und der Kern alles
Bei einem Akustikpaneel arbeitet der poröse Kern. Schallwellen dringen durch den schalldurchlässigen Bezug in das offenporige Material ein, wo die Luftbewegung gebremst und in Wärme umgewandelt wird. Der Stoff oder das Druckmotiv sitzt nur davor und legt fest, wie das Paneel aussieht, nicht wie viel es dämpft.
Das erklärt, warum ein dekoratives Bild ohne porösen Kern akustisch kaum etwas bringt. Ein Akustikbild wirkt nur, wenn hinter dem bedruckten Stoff ein poröser Kern sitzt. Verlassen Sie sich darum nicht auf das Aussehen, sondern auf den angegebenen αw-Wert und das genannte Kernmaterial.
Wo Akustikpaneele am meisten helfen
An der Wand bringen Paneele am meisten an den ersten Reflexionspunkten: an den Seitenwänden auf Kopfhöhe neben dem Sprechplatz, hinter dem Schreibtisch oder den Monitoren und auf Wänden zwischen benachbarten Arbeitsplätzen. Zwei lange parallele Hartwände erzeugen ein Flatterecho, hier genügt oft schon ein Paneel auf einer Seite.
An der Decke wirken Akustikpaneele großflächig. Die Decke ist meist die größte freie Fläche im Raum und senkt den Grundpegel am wirksamsten. Wer Wand und Decke kombiniert, deckt beides ab: den gleichmäßigen Nachhall über die Decke und die gezielten Reflexionen über die Wand.
Wie die Dicke den Tiefton bestimmt
Dünne Paneele dämpfen vor allem hohe und mittlere Frequenzen, bei denen Sprachschärfe und Zischlaute liegen. Mit zunehmender Dicke arbeitet das poröse Material auch bei tieferen Frequenzen, weil dort längere Wellen erst in einigem Abstand zur Wand ihre höchste Schnelle erreichen.
Den gleichen Effekt erzielt ein Luftspalt: Wird ein Paneel auf Rahmen oder Lattung mit Abstand zur Wand montiert, verbessert sich die Wirkung im Tiefmitten-Bereich spürbar. Maßgeblich für den Vergleich bleibt der bewertete Schallabsorptionsgrad αw, und im Datenblatt steht, ob direkt oder mit Abstand gemessen wurde.
Häufige Fragen
Wie viel Schall schluckt ein Akustikpaneel wirklich?
Das hängt vom porösen Kern und der Dicke ab, nicht vom Stoff. Gute Textil- oder Schaumstoffpaneele erreichen αw 0,8 bis 1,0, schlucken also fast den gesamten auftreffenden Schall. Holz-Lochpaneele und einfache Akustikbilder liegen meist bei αw 0,5 bis 0,9. Der angegebene αw-Wert im Datenblatt zeigt die tatsächliche Wirkung.
Worin unterscheidet sich ein Akustikpaneel von einem normalen Wandbild?
Ein Akustikpaneel hat einen porösen Kern aus Mineralwolle, Polyester-Vlies oder Melaminschaum, der den Schall in Wärme umwandelt. Ein normales Wandbild oder ein Druck ohne porösen Kern reflektiert den Schall fast vollständig. Erkennbar ist der Unterschied am angegebenen αw-Wert: nur Paneele mit porösem Kern erreichen hohe Werte.
Gehören Akustikpaneele an die Wand oder an die Decke?
Beides ist sinnvoll. An der Wand wirken sie gezielt an den ersten Reflexionspunkten und gegen Flatterechos zwischen parallelen Hartflächen. An der Decke, der meist größten freien Fläche, senken sie den Grundpegel und den Nachhall im ganzen Raum. Die Kombination aus Wand und Decke deckt beide Aufgaben ab.
Welches Kernmaterial ist das richtige?
Mineralwolle bietet breitbandige Absorption und ist robust, Polyester-Vlies ist leicht, faserfrei und gut formbar, Melaminharzschaum ist sehr leicht und stark bei mittleren und hohen Frequenzen. Für die Auswahl zählt weniger der Name als der gemessene αw-Wert und die Dicke. In der Suche lässt sich nach Material und αw filtern.
Wie viel Paneelfläche brauche ich im Raum?
Als Richtwert gelten 0,15 bis 0,25 m² hochwirksame Absorberfläche je Quadratmeter Bodenfläche. Ein 25 m² großer Raum braucht so etwa 4 bis 6 m². Beginnen Sie an der Decke und ergänzen Sie die Wand an den Reflexionspunkten. Für eine belastbare Auslegung berechnet der Nachhallzeitrechner den Bedarf aus den hinterlegten Messdaten.
Macht ein Luftspalt hinter dem Paneel einen Unterschied?
Ja. Direkt an die Wand montierte Paneele wirken vor allem bei hohen und mittleren Frequenzen. Ein Luftspalt durch Montage auf Rahmen oder Lattung verbessert die Wirkung im Tiefmitten-Bereich deutlich. Welcher αw-Wert gilt, hängt von der Montageart ab, deshalb steht im Datenblatt, ob direkt oder mit Abstand gemessen wurde.
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